Alleinsein II
- Annette Rümmele

- Oct 10
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Es ist selbstgewählt und kann von mir jederzeit beendet werden. Es könnte – ich will nur nicht. Seit Tagen spreche ich mit niemandem. Das fühlt sich merkwürdig gut an. Lediglich an der Kasse eines einfachen Supermarkts. Ich brauche Kaffee und Milch. Damit beginnt mein Tag. Es gibt Erdbeeren, im Angebot. Die nehme ich auch. Die ganze Schale? Das ist für mich allein schnell zu viel. Es ist alles zu viel. Überall meine Gedanken, die durcheinander aus meinem Kopf purzeln. Ich bin sehr bemüht, sie wieder einzusammeln und in eine Ordnung zu bringen. Es gelingt mir nicht.
Der Kassierer wirkt schon morgens müde. Stoisch schiebt er meine paar Einkäufe über den Scanner. An der Kasse gammeln ein paar Sonnenblumen. Die nehme ich auch – vielleicht lassen sie sich noch zum Blühen bringen. Ich verabschiede mich mit einem schmalen „Tschüß“ und erwarte keine Antwort. Vielleicht ist das heute das einzige, was ich zu sagen habe.



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